Partizipation

Teilhabe im Pius-Kinderhaus

Partizipation oder Teilhabe ist ein wichtiges Recht unserer Kinder.

Bei uns gehts rund!Wir Erzieher/innen bieten einen angemessenen Rahmen, innerhalb dessen die Kinder ihre Rechte leben können.
Das Recht, über sich selbst zu bestimmen trägt mit dazu bei, dass Kinder lernen, selbst Grenzen zu setzen (z.B.: Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper). Wir sprechen hier auch von Präventionsarbeit (Gewaltprävention).
Die Kinder lernen, in verantwortbarem Maß Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen in ihrem Kompetenzbereich zu treffen und die Konsequenzen zu tragen.

Partizipation ist also ein Dreh- und Angelpunkt in Bezug auf Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsfähigkeit. Zudem trägt sie zum Schutz der Kinder – z.B. vor Grenzüberschreitung anderer – bei.

Wir nehmen die Bedürfnisse und Interessen der einzelnen Kinder als auch der Gruppe wahr (z.B.: nonverbale und verbale Vermittlung) und bieten den Kindern im Alltag des Pius-Kinderhauses viele Möglichkeiten, sich einzubringen und an der Gestaltung der Abläufe mitzuwirken, sprich zu partizipieren:

In diesen Bereichen bestimmen die Kinder mit und zeigen auch ihre Eigenverantwortung:

  • Im Freispiel und bei der Gruppenöffnung: freie Wahl der Spielpartner, Materialauswahl, Wahl der Spielbereiche (siehe Material- und Raumvielfalt im Freispiel)
  • Ideen werden wahrgenommen und aufgenommen und ggf. in ein Projekt eingebunden.
  • Gleitende Brotzeit: die Kinder können am Vormittag innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes (7.30 – 10.30 Uhr) je nach Appetit/Hungergefühl ihr Frühstück oder
    Zwischenmahlzeit einnehmen. Die Kinder bringen ihre Brotzeit von zu Hause mit. So haben Eltern und Kinder die Möglichkeit, die Zusammenstellung (z.B.: Käsebrot,
    Rohkost, Obst, kleiner Nachtisch…) selbst zu wählen.
  • Beim Mittagessen können die Kinder die Menge selbst bestimmen. Um verschiedene Nahrungsmittel kennenzulernen, sprechen wir Einladungen zum Probieren aus.
  • Falls keine Gesundheitsgefährdung besteht, können die Kinder selbst entscheiden,was sie für die Gartenzeit anziehen möchten. Das Gleiche gilt für Pflege und Hygiene.
  • Dem Bedürfnis nach Ruhe oder Rückzug können die Kinder z.B. im Nebenraum oderauf der Couch nachkommen.
  • Beziehungsgestaltung: Jedes Kind bekommt die nötige Zeit und den Freiraum, um Beziehungen einzugehen und zu gestalten (zu anderen Kindern und zu den Erzieher/innen). Ideal dafür ist die Freispielzeit geeignet.
  • Kinderkonferenzen bieten sich an, wenn es z.B. um die Wahl des Sommerfestthemas, die Umgestaltung von Spielbereichen der Gruppenräume oder um die Festlegung von Gruppenregeln geht. Hier dürfen die Kinder je nach Entscheidungskompetenz mitbestimmen und auch die Konsequenzen überlegen (Was machen wir, wenn Regeln übertreten werden). So lernen die Kinder, dass mitbestimmen auch Verantwortung tragen heißt.
  • Im Morgenkreis teilen die Kinder ebenso ihre Befindlichkeiten und Bedürfnisse mit.
  • Weitere Verantwortungsübernahme: Bring- und Holdienste (Post innerhalb des Hauses verteilen, Informationen weiterleiten), Patenschaften für jüngere Kinder

Wir Erzieherinnen reflektieren in regelmäßigen Abständen, inwieweit die Kinder bei der Selbstbestimmung und Mitgestaltung noch mehr ins Boot geholt werden können bzw. in welchen Bereichen sie mehr Orientierung (Rituale etc.) brauchen.

Die Kinder sollen auf jeden Fall Zeit und Raum bei uns haben, sich selbst als Persönlichkeiten wahrzunehmen und zu entfalten. Zudem erleben sie sich als Mitglieder einer Gruppe, in der im Interesse der Gemeinschaft Kompromisse geschlossen werden.